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Dieser Bericht eines Betroffenen soll anderen Betroffenen nicht die Hoffnung auf eine Heilung nehmen, denn es gibt ja auch positivere Beispiele, sondern mit dem ganz persönlichen Verlauf einer Prostatakrebs - Geschichte zeigen, weshalb ich mich in den einzelnen Phasen so und nicht anders entschieden habe.

Wer zum Verlauf genauere Fakten in Kurzform wissen möchte findet diese hier.

Operation
Nach der OP
Bestrahlung
Nach der Bestrahlung
Wie geht es jetzt weiter?
Antihormontherapie 
Ende der Antihormontherapie
Ernährung

Gynäkomastie 
Zustand Anfang April 2007, Ende der ADT3 und 1. Zykluspause
Stand Juli 2008; wieder eine Enttäuschung mehr

Stand Mai 2010; eine erfreuliche Überraschung
Stand Februar 2011; leichter Schock, aber wie wird es  weiter gehen?
Stand Januar 2012; das Auf und Ab der Gefühle geht weiter!
Stand Januar 2013; ein schönes Weihnachtsgeschenk:

Stand November 2013
Stand Mai 2017
Stand August 2017; Beginn des 2. Zykluses der Antihormontherapie
Stand November 2017 ; Beginn der Chemotherapie

 

                                                Beispiel für eine Buchführung mit EXCEL
                                         Blutwerte           Medikamenten - Terminplan

Angefangen hat alles ganz harmlos im Januar 2003 im Alter von "jugendlichen" 54 Jahren mit einer Vorsorgeuntersuchung nach dem Eintritt in den vorgezogenen Ruhestand wegen der Situation meines Arbeitgebers. Dabei habe ich meinen Hausarzt gebeten, auch mal den PSA - Wert bestimmen zu lassen, weil ich zufällig kurz vorher im Radio einen Bericht zum Thema PSA gehört hatte. Da der Tastbefund i.O. war, wäre nämlich sonst nichts weiter unternommen worden.

Das Ergebnis war zu meiner und der Überraschung meines Hausarztes ein PSA - Wert von 14 ng/ml.

Damit begannen dann auch meine Recherchen über Prostatakrebs im Internet, bei denen ich aber feststellte, dass diese fast unendlich umfangreich und sich häufig auch widersprechend zu finden sind. Manchmal frage ich mich, ob die Leute, deren Sache das Internet nicht ist und ihrem Urologen blind vertrauen, nicht besser dran sind. Ich konnte es trotzdem nie lassen; vielleicht ist das ja meine Art und Weise der Krankheitsbewältigung.

Der nächste Weg führte mich dann natürlich zu einem Urologen (Urologe war bis dahin für mich glücklicherweise fast ein Fremdwort), der mich zeitlich unter Druck setzte und mir besser heute als morgen eine Biopsie empfahl. Das Ergebnis dieser 6 - fach - Stanze war negativ.
Ein Arzt (zufällig kennen gelernt), den ich diesbezüglich für kompetent halte, gab mir dann den Rat dieses Ergebnis bei dem o.g. PSA - Wert nicht so hinzunehmen und an einer UNI - Klinik eine weiter Biopsie durchführen zu lassen. Etwas unwillig schrieb mein Urologe mir auch eine Überweisung.

Das Ergebnis der 15 - fach - Stanze war positiv, mein PSA - Wert wurde 5 Monate nach dem Anfangswert mit 18,9 ng/ml festgestellt.

Eine Skelettszintigraphie und ein Becken - CT zur  Feststellung von möglichen Metastasen fielen negativ aus.

Operation                                                       zurück zum Seitenanfang

Kurzfristig entschied ich mich trotz der zu erwartenden negativen Konsequenzen (Impotenz u. Inkontinenz) zu einer Prostataentfernung und war innerhalb von 20 Tagen bei einem Professor, der mir außer von meinem Urologen auch noch anderweitig  empfohlen worden war. Da m. E. der PK doch schon sehr früh (mit 54 Jahren) entdeckt worden war, hielt ich eine Heilung durch die OP zu der Zeit doch noch für sehr wahrscheinlich und meine Stimmung war nicht so ganz am Boden.
Der OP - Termin kam rein telefonisch und ohne Vorgespräch mit dem Professor zustande. Da ich mich vorher nicht über die Operationsmethode in dieser Klinik informiert hatte, war ich doch etwas überrascht, dass zunächst laparoskopisch durch die Bauchdecke die Lymphknoten (25 Stück) und die Samenleiter entnommen und erst in einer 2. Operation 6 Tage später die Prostata und die Samenblasen durch einen Dammschnitt (PED) entfernt wurden.

Die OP habe ich weitgehend gut überstanden und konnte nach weiteren 10 Tagen die Klinik verlassen. Merkwürdig war allerdings, dass nach Aussage des operierenden Professors der Krebs in der Kapsel war (also alles prima), dass in dem pathologischen Gutachten jedoch von einem Kapseldurchbruch die Rede war (nicht mehr prima). Mir, dem staunenden Laien, wurde dieser Widerspruch damit erklärt, dass bei der OP ja auch noch Gewebe der Prostataumgebung mit weggenommen worden sei.????

Nach der OP                                                   zurück zum Seitenanfang

Nach der OP verlief alles ohne Komplikationen. Das Beckenbodentraining, das man mir noch in der Klinik beigebracht hatte, praktizierte ich regelmäßig zuhause alleine. Eine mir angebotene Reha - Maßnahme habe ich nicht wahrgenommen (das soll aber  anderen nicht als Beispiel dienen). Unterstützt durch eine Reizstromtherapie erlangte ich 4 Monate nach der OP meine Kontinenz wieder.

Zu meinem Entsetzen musste ich jedoch zur Kenntnis nehmen, dass meine PSA - Werte sich von einem Minimalwert nach der OP von 0,269  innerhalb von 4 Monaten auf 0,628 ng/ml entwickelt hatten.

Jetzt, nach der intensiveren Beschäftigung mit anderen Behandlungsmethoden, habe ich mich zwar immer wieder gefragt, ob ich nicht zu schnell das Falsche habe machen lassen, bin aber trotzdem der Meinung, dass es richtig war so zu handeln, weil ich mit der OP die vielleicht nur geringe Chance genutzt habe, den Krebs endgültig los zu werden. Dass das dann doch nicht so gekommen ist, weiß ich erst jetzt.

Im Dezember 2005 bekam ich nachträglich noch von einem anderen Professor die Bestätigung, dass meine Entscheidung zur OP richtig war. Nach seiner Aussage sollen nämlich andere Therapien nach einer OP erfolgreicher sein als wenn diese als Ersttherapie angewendet werden.

Die Bestrahlung                                            zurück zum Seitenanfang

Da ich mir inzwischen ja eine gewisse Internetschläue angeeignet hatte, war mir ziemlich klar, dass mir mein Urologe nun eine Bestrahlung vorschlagen würde. So geschah es denn auch. Über einen Zeitraum von 8 Wochen erhielt ich 36 Bestrahlungen à 1,8 Gy (Gray), in Summe 64,8 Gy . Aus Internet hatte ich die Informationen, dass heute Bestrahlungen über 70 Gy liegen sollten. Der mich behandelnde Radiologe erklärte jedoch die 64,8 Gy in meinem Fall (entfernte Prostata) für ausreichend  und man könne dadurch die Nebenwirkungen gering halten, die sich auch bis zum Ende der Bestrahlung auf eine leichte Entzündung des Darmausgangs beschränkten. Heute frage ich mich natürlich, ob das nicht evtl. doch einige Bestrahlungen zu wenig waren (am 7.11.05 wurde mir auf Nachfrage noch mal telefonisch bestätigt, dass die 64,8 Gy in meinem Fall internationalem Standard entsprechen.) (Heute geht man auch schon  bis 67,2 Gray.).

Nach der Bestrahlung                                   zurück zum Seitenanfang

Nach Abschluss der Bestrahlungen führte ein Missverständnis über die Festlegung der nächsten PSA - Bestimmung zu der Frage meines Urologen, wem ich denn in dieser Frage jetzt vertrauen würde, ihm oder dem Radiologen, dazu, dass er meine Frage nach dem nächsten Termin folgendermaßen beantwortete: "Da müssen Sie dann mal den Radiologen fragen!". Damit war für mich auch das Maß voll und klar, dass dieser Urologe keine Lust mehr hatte mich unbequemen Patienten zu behandeln. Nicht jeder Arzt kann das wohl vertragen, wenn der Patient versucht mitzudenken. Ich bilde mir nicht ein einen Arzt ersetzen zu können, aber ich möchte gerne verstehen, was mit mir warum gemacht wird, und eine verständliche, glaubwürdige Antwort bekommen, wenn ich nach einer evtl. ungewöhnlichen Therapie gegen eine, mein Leben bedrohende Krankheit, frage.
Von diesem Zeitpunkt an begab ich mich in die Behandlung eines Onkologen, der mir auf einem Krebsinfotag angenehm aufgefallen war und ich ja eigentlich kein urologisches Problem mehr hatte.

Zunächst zeigte die Bestrahlung erfreulicherweise auch einen stetigen Rückgang des PSA - Wertes auf 0,03 ng/ml, stieg jedoch dann wieder innerhalb von 5 Monaten auf 0,14 ng/ml an.

Wieder mal war die Hoffnung dahin!!!

4.11.2005

Wie geht es jetzt weiter?                                  zurück zum Seitenanfang

Mit Antihormontherapie, mit Chemotherapie oder mit beidem gleichzeitig??? Oder mit abwarten und beobachten???

Am liebsten wäre mir ja gewesen, wenn man konkret eine befallene Stelle hätte finden und diese dann irgendwie bekämpfen können.

Meine Recherche bezüglich des 11C-Cholin PET/CT Diagnose - Verfahrens ergab, dass damit erst ab einem PSA - Wert von 0,7 ng/ml ein Ergebnis zu erwarten wäre.

Mit dem USPIO - Verfahren (Ultrasmall superparamagnetic iron oxyde) lassen sich nur Metastasen in Lymphknoten feststellen und die Wahrscheinlichkeit, bei mir in diesem Zustand schon was zu finden, wurde als gering angesehen. (Stand 7.11.2005)

Mit einem dynamischen MRT bestünde eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit eine befallene Stelle zu lokalisieren. In einem guten Beratungsgespräch zur weiteren Vorgehensweise meinte der Professor jedoch, dass er, selbst wenn das dynamische MRT was zeigen würde, zu einer Antihormontherapie raten würde. Der Grund dafür seien andere, nicht erkennbare Metastasen, die er bei der Anstiegsgeschwindigkeit meiner PSA - Werte annahm.

Vor dem nächsten PSA - Wert im Januar 2006 stellte mir mein Onkologe in Absprache mit dem o.g. Professor als Alternativen eine Hormon - bzw. eine Chemotherapie im Versuchsstadium (die Chemo) zur Wahl. 

Antihormontherapie                                            zurück zum Seitenanfang
                                        
Beispiel für eine Buchführung mit EXCEL
                                     Blutwerte           Medikamenten - Terminplan

Mit dem Januar - PSA - Wert von 0,24 ng/ml (3. Anstieg in Folge) entschied ich mich, beeinflusst von Informationen aus dem Internet und von dem Buch "Ein Ratgeber zum Prostatakrebs" von Dr. Strum,  für die Hormontherapie (ADT3), die wie folgt aussehen sollte:
Eligard als LHRH - Agonist für 12 Monate ab Erreichung des Kastrationsniveaus
Casodex als Antiandrogen, (musste ich wohl teilweise selber bezahlen)
Proscar als 5-apha-Reduktasehemmer (musste ich vollständig selber bezahlen).

Kleine Besonderheiten dazu:
Mit Casodex begann ich 10 Tage früher als mit Eligard, weil mit dem Beginn der LHRH - Wirkung ein Testosteronanstieg zu erwarten war und die Rezeptoren an den PK - Zellen dann möglichst schon blockiert sein sollten.
Außerdem habe ich zunächst mit 1 - Monats -  anstatt mit 3 - Monats - Depot - Spritzen angefangen , damit die Therapie bei Unverträglichkeit von Eligard kurzfristiger hätte abgebrochen werden können.

Irgendwie fehlte mir doch der Mut zur Chemo. Vielleicht habe ich da aber auch zunächst eine Chance vertan??? Das kann einem keiner sagen!

Zustand Ende März 2006:                                                                 zurück zum Seitenanfang
Anfang März habe ich mich wegen der Proscar - Halbwertszeit von nur 6 Stunden für 2 Tabletten pro Tag entschieden. Ab Juni reduzierte ich dann wieder auf 1 Proscar pro Tag .
Ich achtete darauf, dass die Blutwerte möglichst immer unmittelbar vor den nächsten Eligard - Spritzen bestimmt wurden.
Testosteron von 10,3 auf 2,32 nmol/l zurückgegangen.
PSA von 0,24 auf < 0,01 ng/ml zurückgegangen.
Die übrigen Blutwerte sind im normalen Bereich.
Nebenwirkungen:
10 - 15 mal in 24 Stunden  Hitzewallungen von 30 - 60 Sekunden Dauer. Das ist ganz gut auszuhalten.

Eine Gewichtszunahme war feststellbar, hielt sich aber noch in engen Grenzen. Damit das so blieb, und möglichst auch ein Verlust von Muskelmasse vermieden würde, erhöhte ich meine minimalen sportlichen Aktivitäten auf:
- 2 mal pro Woche 30 - 45 Min auf einem Rudergerät schwitzen,
- 1 mal pro Woche Schwimmen und
- bei besserem Wetter auch wieder viel Fahrrad fahren.

Ernährung:                                                     zurück zum Seitenanfang

In der Ernährung achtete ich lediglich auf die folgenden Maßnahmen bewusster:
- frisches Obst, Gemüse oder Salat möglichst 5 mal am Tag (klappte aber nicht immer)
- überwiegende Verwendung von Olivenöl
(klappte auch nicht so wie ich vorhatte)
- mindestens 1 mal pro Woche Fisch
-
wegen des Angriffs auf die freien Radikalen ein mal pro Tag Tomatensaft mit viel Lycopin  oder anderes rotes Gemüse

Zustand Anfang Sept. 2006:                                     zurück zum Seitenanfang

Mein PSA - Wert lag bereits nach 2 Monaten mit < 0,01 ng/ml recht schnell unter der Nachweisgrenze des Labors. Das Testosteron hatte mit 1,22 nmol/l oder 0,35 ng/ml zwar den erwarteten Wert von 0,69 nmol/l bisher nicht erreicht, aber da es auch Experten gibt, die einen Wert von 0,5 ng/ml als ausreichend für eine wirksame Androgendeprivation halten, habe ich mich damit zufrieden gegeben.
Die Nebenwirkungen sind fast unverändert geblieben. Durch die Hitzewallungen wache ich 2 - 4 mal pro Nacht auf, befreie mich kurz von meiner Bettdecke, um sie dann meistens nach einer kurzen "Kühlungsphase" wieder zu benutzen.

                                                                                                  
Gynäkomastie                                                        
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Die Frage nach einer Bestrahlung der Brustdrüsen gegen Gynäkomastie
(Vergrößerung der Brust durch den Testosteronmangel) und deren Folgen hatte ich zwar bisher vor mir hergeschoben (evtl. ist es doch besser dies mit Beginn der HB zu tun), aber sie dann doch durchführen lassen. Nach der Meinung von 4 Ärzten wurde sie von zweien empfohlen, die anderen beiden haben mir abgeraten. Die Entscheidung dafür  fiel mir dann etwas leichter, nachdem mir der Radiologe erklärte, dass die Bestrahlung mit Elektronen erfolgen sollte. Aus meiner früheren beruflichen Tätigkeit war mir bekannt, dass Elektronenstrahlen nicht so tief in den Körper eindringen wie Gammastrahlen, sich also besser auf den Brustdrüsenbereich dosieren lassen. Außer einer leichten Hautrötung waren dabei keine kurzfristigen Nebenwirkungen zu erkennen. Die Bestrahlung erfolgte an 3 Tagen hintereinander mit je 4 Gray auf jeder Seite. Anzumerken ist noch, dass die Entwicklung der Brustdrüsen bis zum Zeitpunkt der Bestrahlung zwar nicht mehr rückgängig zu machen ist, die weitere Entwicklung jedoch gestoppt werden kann.

Zustand Anfang April 2007, Ende der ADT3 und 1. Zykluspause:                                                    zurück zum Seitenanfang

Ich beendete die Hormonblockade, weil mein PSA - Wert nun 12 Monate unter der Nachweisgrenze lag. Mein Testosteron - Wert war 1,22 nmol/l. 
Ich hatte das große Glück, über meine SHG an einem Seminar über Hormontherapie bei einem Uni - Professor teilnehmen zu können. Dort habe ich gelernt, dass das schnelle Absinken unter die Nachweisgrenze des PSA - Wertes nach Beginn der ADT3 ein gutes Zeichen für eine lange ADT - Pause sein soll. Hoffentlich behält der Prof. Recht!
        2013 weiß ich er hatte Recht!

Während der Pause nahm ich, wegen der deutlich längeren Halbwertszeit, statt Proscar jedoch Avodart als Erhaltungstherapie ein, trank Granatapfel - Elixier, Tomatensaft und aß täglich 2 Paranüsse wegen des Selens darin. Über Einnahme von Fischölkapseln war ich zu diesem Zeitpunkt noch unentschieden. Ich erwartete auch, dass sich die Nebenwirkungen der ADT wie Hitzewallungen, Hautveränderungen, Stimmungsschwankungen, Veränderung der Körperbehaarung und Muskelabbau wieder zurückbilden würden, und hoffte natürlich auf eine sehr lange Pause.

Anfang August 2007 habe ich meinen Fettsäurestatus bestimmen lassen. Weil mein Verhältnis AA / EPA 4,2 (Arachidon - / Eicosapentaensäure) war, ich aber noch weiter runter kommen möchte, nahm ich seit Mitte August 2007 täglich eine Kapsel Fischöl. Ich versprach mir davon eine Senkung des Entzündungsniveaus und die Behinderung des Wachstums neuer Blutgefäße für evtl. vorhandene Metastasen. Das Fischöl machte mir jedoch keine Freude, sondern nur Magenprobleme, weshalb ich die Einnahme bald wieder einstellte.

Stand April 2008:  PSA unter Nachweisgrenze von 0,01 ng/ml

Stand Juli 2008; wieder eine Enttäuschung mehr:
                                                             
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Die Schonfrist scheint vorbei zu sein. Am 2.6.2008 habe ich den ersten PSA - Wert erhalten, der die Nachweisgrenze überschritten hat. Der Schock für mich war besonders groß, weil ich nach einer telefonischen Auskunft einer Assistentin meines Onkologen, nach der mein Wert immer noch < 0,01 sei, frohen Mutes den Arztbesuch antrat. In dem Moment, in dem ich mir meine Blutwerte schriftlich geben ließ, war mir klar, dass ich am Tage zu vor eine falsche Information erhalten hatte. Insbesondere weil mein PSA-Wert nach Beginn der HB relativ schnell fiel, hatte ich natürlich mit einer deutlich längeren Hormonpause (sie war nur ca. 12 Monate) gerechnet. Ich hätte ja auch zu den seltenen Fällen gehören können, bei denen die HB sich kurativ bemerkbar macht.

Da ich nun damit rechne, dass der PSA - Wert weiter steigen wird, kommen mir zwangsläufig diese Fragen in den Sinn:

  • wie weit lasse ich ihn bis zum Beginn der zweiten Hormonblockade steigen ?
  • was ist dann die richtige Therapie? 1-fach, 2-fach 3-fach?
  • wird sie noch mal wirken?
  • wie lange wird die nächste Pause sein?
  • usw.

Fortsetzung folgt mit den kommenden Erfahrungen.

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Stand Mai 2010; eine erfreuliche Überraschung:

Da meine PSA-Verdopplungszeit sowohl nach der OP als auch nach der Bestrahlung und dem 1. Zyklus der Hormonblockade mit 3,2 Monaten sehr kurz war, konnte ich mir ausrechnen, dass ich Anfang 2010 mit dem 2. Zyklus der Hormonblockade hätte beginnen müssen.

Erfreulicherweise entwickelte sich die PSA-Verdopplungszeit jedoch seit Dezember 2008 mit 14,2 Monaten konstant positiv über bereits 6 PSA-Werte. Die Ursache dafür konnte mir bisher weder mein Onkologe noch ein Professor der Urologie  erklären, aber allein die Tatsache, dass es so ist, hat meine Stimmung doch wesentlich verbessert.

Stand Februar 2011; leichter Schock, aber wie wird es  weiter gehen?:

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Mit meinem PSA-Wert vom 25.10.2010  0,59 hätte sich die PSA-Verdopplungszeit bei entsprechender Weiterentwicklung stark verkürzt. Zum Glück ist der Wert vom 3.2.2011 mit 0,72 wieder günstiger und liegt über die letzten 4 PSA-Werte gerechnet bei ca. 9 Monaten. Es bleibt die Hoffnung, dass 0,59 doch nur ein Ausreißer war. Aber die Unruhe vor jeder PSA-Bestimmung und die Hoffnung, dass es nicht schlechter wird, bleiben natürlich. Immerhin beträgt meine Hormontherapiepause nun schon fast 4 Jahre!! Dafür bin ich doch einigermaßen dankbar.

Stand Januar 2012; das Auf und Ab der Gefühle geht weiter:

Die freudige Überraschung, dass einem PSA-Wert von 0,83 ng/ml nach 3 Monaten einer von nur 0,89 ng/ml folgte, bekommt schon nach 4 Monaten wieder einen gewaltigen Dämpfer durch den PSA-Wert von 1,46 ng/ml, was die PSA-Verdopplungszeit über die letzten 4 Werte auf 10,8 Monate verschlechtert. Diese Tatsache macht es wieder schwerer, sich damit zu trösten, das der Zeitpunkt, an dem man sich entscheiden muss wie es weiter gehen soll, ja doch noch weit weg ist. Im Moment meine ich, dass der bei einem PSA-Wert von ca. 5 ng/ml liegen wird. Es bleibt die Hoffnung, dass der nächste Wert wieder günstiger ausfällt.

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Stand Januar 2013; ein schönes Weihnachtsgeschenk:

Zu dem bisher doch recht langen Zeitraum (fast 5 Jahre) ohne Therapie freue ich mich vor Weihnachten 2012 über das verfrühte Weihnachtsgeschenk am 4.12.2012. Mein PSA-Wert ist in den letzten 3,5 Monaten nur von 2,43 auf 2,48 ng/ml gestiegen. Hurra!!

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Stand November 2013

Inzwischen ist mein PSA-Wert bei 4,59 ng/ml angekommen. Ich habe meine Vorstellung vom Beginn einer neuen Hormontherapie  bei 5 aber  verlassen und möchte noch wenigstens den kommenden Sommer ohne Therapienebenwirkungen verbringen.

 

Stand Mai 2017

Nachdem ich nun 10 Jahre ohne Therapie, bei friedlichem PSA-Verlauf gut gelebt habe, scheint es mich nun voll erwischt zu haben. Es begann damit , dass ich von heftigem Nachschwitzen geplagt wurde. Das Schwitzen konnte auch am Tag auftreten, ebenso aber auch Frieren bis zum Schüttelfrost. Außerdem machten mir Rückenschmerzen, ein bereits 4 Monate dauernder Husten, körperliche Schwäche, Gewichtsverlust, Schmerzempfindlichkeit am ganzen Körper und Probleme mit dem Wasserlassen zu schaffen.
Da meine Entzündungswerte im Blut erhöht waren, versuchte man innerhalb von 8 Wochen, in denen ich in dem oben beschriebenen Zustand lebte, und 10 verschiedener Untersuchungen den Grund für die erhöhten Entzündungswerte zu finden. Erst das Knochenszintigramm zeigte nun reichlich Metastasen in der Wirbelsäule. 2014 war das noch nicht der Fall.
Seit vorgestern habe ich nun mit einer Hormontherapie mit Firmagon begonnen, weil das das Testosteron besonders schnell senken soll, damit auch meine übrigen Beschwerden schnell abnehmen.
Als Nächstes ist ein Ganzzkörper MRT vorgesehen, mit anschließender Knochenbiopsie an den extremen Stellen, um genauere Informationen über die Art der Metastasen zu erhalten.

Stand August 2017

Bis heute hat sich viel getan. Leider nicht nur Erfreuliches.
Es gab reichlich Schmerzen und diverse Versuche diese zu bekämpfen.
Die derzeitige Medikation, die die Schmerzen auch gut zu bekämpfen scheint ist:

Fentanyl 37 µg//h     plus    4 x 40 Tr. Novalgin pro Tag

Das Schwitzen in der Nacht ist weiter sehr intensiv und störend. Da der PSA-Wert trotz HT wieder steigt, rechne ich in Kürze mit einer ergänzenden Chemotherapie mit Docetaxel.

Stand November 2017

Der Versuch vor der Chemotherapie noch mit einer viel gelobten zusätzlichen HT Zytiga den PSA-Anstieg zu verhindern, ist leider nicht gelungen. Es kam trotzdem zu einer PSA-Verdopplungszeit von 14 Tagen.
Daher schlug mir mein Onkologe vor, doch dringend mit
der Chemotherapie mit Docetaxel zu beginnen.
Zytiga habe ich nun abgesetzt und bekomme nur noch die 3-Monats-Spritze mit Eligard und die Chemotherapie mit Docetaxel.

 

 

Mit freundliche Grüßen und den besten Wünschen für alle Leser

ein Betroffener                                                             Zur Startseite

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